Weerribben Wieden

Weerribben Wieden

Dieses Süßwasser-Feuchtgebiet gilt als sehr kostbar, wichtig und schön. In der Vergangenheit hatte der Mensch großen Einfluss bei der Gestaltung dieses Labyrinths von Kanälen, Seen und kleinen Inseln.

Im 12. Jhdt. wurden Deiche gebaut, um den Einfluss des Meeres zurückzuhalten und Gräben gegraben, um das Land zu entwässern. Langsam wurde es bewohnbar. Im 15. Jahrhundert nahm "De Wieden" das charakteristische Erscheinungsbild eines Torfstichs an: Streifen von Wasser und Land lagen abwechselnd parallel nebeneinander. Die Kanäle, bis zu 30 Meter breit und 2 bis 3 Meter tief wurden von so genannten Torf Bänken von 3 Metern Breite unterbrochen. Von Mitte März bis Ende Juli wurde Torf gestochen. Mit Hilfe von kleinen Kähnen und Pfählen wurden Torfsoden aus dem Kanalbett ausgegraben und einige Wochen auf die Torf-Bänke zum Trocknen ausgelegt. Als nächstes wurde es geschnitten, gestapelt und Monate zum Trocknen liegen gelassen, bis es bereit war, als Brennstoff verkauft zu werden: Torf war eine willkommene Alternative zu Brennholz, um im Haushalt zu heizen und zu kochen. Es gab immer einen Mangel an Bäumen und Brennholz in diesem Land aber keinen Mangel an Torf! Torf von hier gelangte bis in die Städte im Westen des Landes. Die Torfernte war Jahrhunderte lang in dieser Region die wichtigste Einnahmequelle.

Im Laufe der Zeit wurden die Kanäle immer größer und breiter und die Torf-Bänke schmaler und schmaler, da man immer mehr Torf brauchte, um die große Nachfrage zu befriedigen. Schließlich begann das Wasser in den breiteren Kanälen Wellen zu schlagen. Diese Wellen wuschen viele der Torf Bänke weg und so entstanden die großen Seen "De Wieden". 1776 nach einer Reihe von Stürmen wurde sogar ein ganzes Dorf in einen See gespült. Im benachbarten Weerribben begann die Torfgewinnung später. Die Torf- Arbeiter hatten wichtige Lehren aus den Problemen in De Wieden gezogen. Sie werden heute in Weerribben weniger Seen und mehr Kanäle sehen. Nach 1920 wurde der Torfabbau in Weerribben und Wieden durch Landwirtschaft, Fischerei und Schilfverarbeitung ersetzt.

Besucher können Weerribben-Wieden mit dem Fahrrad, dem Kanu, elektrischen Booten oder zu Fuß erkunden. Sie können noch die langen ausgebaggerten Kanäle und Torf Bänke erkennen, die jetzt bewachsen sind. Außerdem genießen Sie Blumenwiesen und im Grunde alle Stufen der Feuchtgebiet-Entwicklung vom offenen Wasser, über Schilf zum Wald. Im Besucherzentrum gibt es eine Ausstellung und einen Film über die lokale Fauna und Flora und die Geschichte der Region.