Hoorn

Hoorn

Hoorn erhielt 1357 die Stadtrechte und konnte fortan eigene Gesetze verabschieden und Abgaben einnehmen, was die Entwicklung zu einer wichtigen Hafenstadt sehr begünstigte.

Im so genannten Goldenen Zeitalter trat Hoorn der Vereinigten Ostindienkompanie bei, ein Kartell von Investoren in den Wal-Handel. Im Sommer gingen Schiffe von Hoorn aus auf Wal-Fang in der Arktis, von Spitzbergen (Norwegen) bis nach Novaya Zemblya (nördlich von Russland).
Der Handel und die Schifffahrt machten die Bürger von Hoorn weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt. Der Entdeckungsreisende Willem Cornelisz Schouten trotzte schweren Stürmen und umrundete im Jahre 1616 den südlichsten Punkt Südamerikas. Zu Ehren seiner Geburtsstadt nannte er ihn Kap Hoorn.

Niederländische Kaufleute waren sparsam. Sie bauten in der Regel keine grandiosen Häuser. Stattdessen wurden die Gewinne in die nächste Fahrt investiert. Deshalb haben alte holländische Städte ein schönes harmonisches Stadtbild. Nur Kirchen erhoben sich über die Häuser. Die St. Anthoniskerk, Kirche der Fischer und Skipper, mit schönen Buntglasfenstern, stammt aus dem Jahre 1519 (Fassade renoviert im Renaissancestil mit einer ungewöhnliche Uhr von 1616). Drei Renaissance-Gebäude in der Straße Slaperhaven zeigen Szenen aus einer Seeschlacht. Hoofdtoren (Wehrturm 1532) ist einer der wenigen verbliebenen Teile der Stadtbefestigung. Er ist umgeben von Kaufmanns-Häusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert waren im Turm Büros der Noordsee-Compagnie, auch genannt Spitzbergen Compagnie, untergebracht.

Reichtum, Macht und Wohlstand gingen im 18. Jahrhundert zu Ende. Hoorn wurde ein verschlafenes Fischerstädtchen an der Zuiderzee. Nach der französischen Vorherrschaft brach eine Zeit an, in der sich die Stadt allmählich vom Meer abwandte und zu einem Marktzentrum des Landbaugebiets Westfriesland entwickelte. Kaufleute und Ladeninhaber spezialisierten sich auf den Handel mit Molkereiprodukten und landwirtschaftlichem Saatgut. Mit dem Bau von Eisenbahnlinien und Straßen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt zu einem gut erreichbaren Zentrum im Netz der Städte und Dörfer in Noord-Holland. Im Jahre 1932 stellt man den Abschlussdeich fertig und damit war Hoorn kein Seehafen mehr.

Es gibt das Westfries Museum der regionalen Geschichte und das 20. Jahrhundert Museum, das sich in einem alten Käse-Lagerhaus befindet und nostalgische Objekte und Interieur ausstellt, das hundert verschiedene Geschichten erzählt. Nahe dem Hafen finden Sie ein kleines Spielzeug-Museum. Hoorn ist der Ausgangspunkt für eine Dampflokomotive: eine Straßenbahn-Lokomotive, die raucht und pufft, schlängelt sich den Weg zur Küste nach Medemblik mit altmodischen Wägen voll mit Touristen.