Arkemheen Eemland

Arkemheen Eemland

Dieses Sumpfgebiet ist extrem weit und offen mit nur wenigen Gebäuden, Bäumen und Sträuchern. Dafür gibt es einen guten Grund, und der hat mit dem Boden zu tun. Der Boden hier besteht nicht aus Steinen oder Lehm oder Sand, er besteht aus Torf.

Torf ist eine dicke Schicht von teilweise verrotteten Pflanzen, Moos, Blättern, Schilf, Gras, im Grunde alle organischen Stoffen. Torfboden ist nicht fest sondern weich und federnd und schlecht für eine Bebauung geeignet. Sogar Bäume haben zu wenig Halt auf Torf. Man könnte also meinen, dass dieses Tiefland mit dem instabilen Untergrund kein idealer Ort ist, wo die Leute früher leben und arbeiten konnten. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es regelmäßig bei Stürmen vom Meer überflutet wurde. Vor langer Zeit wollten jedoch einige arme, mutige und wahrscheinlich hungrige Seelen dieses Gebiet fit für die Landwirtschaft machen. Schon 1356 erhielten die Einheimischen die Genehmigung, Deiche um ihre feuchten Ackerflächen zu errichten, um eine kontrollierte Bewässerung zu ermöglichen und das Gebiet vor Überschwemmungen zu schützen.

Nachdem die Deiche gebaut waren, begann man mit Windmühlen überschüssiges Wasser aus den Poldern zu pumpen. Lange, gerade, parallele Entwässerungsgraben wurden ausgehoben und so entstanden schmale Streifen von nutzbarem Land. Streifen für Streifen, Graben für Graben, wurde das Land urbar gemacht. Landwirte benutzten Boote, um ihre Felder zu erreichen und ihre Ernte auf den Markt zu bringen.
Eigentlich hat sich nicht viel seit damals verändert. Die Struktur der langen schmalen Streifen von Torf- Wiesen, die Sie heute sehen, haben unsere Vorfahren geprägt. Die Deiche sind nach sechs Jahrhunderten noch intakt! Hier und da sind die schnurgeraden Gräben unterbrochen und gewundene Bächen, Reste der Zuiderzee-Gezeiten-Ströme, fließen rein und raus. Einige seltene Pflanzenarten erinnern noch an den Einfluss des salzigen Meerwassers. Es ist ungewöhnlich für dieses Land, dass eine Landschaft so lange unverändert bleibt. Arkemheen Polder zählt zu den ältesten Poldern im Land und er zeigt uns, wie das Leben für die Bauern in den Niederlanden in früheren Zeiten aussah. Er symbolisiert auch das niederländische Volk, das mit Einfallsreichtum und Entschlossenheit feuchtes, nutzlos Land in brauchbares Land verwandelt.

Die dampfbetriebene Hertog Reynout Pumpstation half den Arkemheen Polder zu entwässern, sie übernahm den Job der Windmühlen. Während des Dampfmaschinen-Zeitalters und darüber hinaus war die Pumpe für 100 Jahre bis 1983 täglich in Betrieb. Heute hält eine elektrische Pumpstation die Wasserstände im Polder auf der gewünschten Marke. Gelegentlich, bei extrem hohen Wasserständen, muss die alte Dampf-Pumpstation noch zu Hilfe kommen. Viele Menschen strömen dann hierher, um zu sehen, wie es hier volle Kraft voraus geht! Diese Pumpe ist die einzige ihrer Art, die noch funktionstüchtig ist und zwei äußere Wasserräder hat.